Alicante 2014 – Reisebericht

 
03.10. Freitag – Flug nach Alicante

Die Erwartungen und die Vorfreude sind groß. Endlich kommt der Abflugtag und mit Vueling geht’s erst mal nach Barcelona. Dort habe ich 2 Stunden Aufenthalt, bevor es nach Alicante weitergeht. Am Flughafen werde ich von Ernst und Volker schon erwartet und es geht gleich in unsere Unterkunft. Wider Erwarten entpuppt sich unser Häuschen als sehr passabel. Drei gleichwertige Schlafzimmer, Bad und WC im Erdgeschoß. Im Obergeschoß Küche, Bad, Wohnraum und eine riesige Terrasse. Perfekt für eine Woche.
Abends treffen wir uns dann noch mit Nick und der ganzen Mannschaft in El Altet zum Abendessen. Nick begleitet uns schon seit einigen Jahren. Er ist in Alicante unser Tourguide, über den wir Auto und Unterkunft buchen. Außerdem versorgt er uns täglich mit dem neuesten Wetter und bringt uns mit seinen Erfahrungen in den Fluggebieten rund um Alicante fast immer in die Luft. Mehr von Nick unter www.doyouwanna.net oder im „facebook“.

04.10. Samstag – Kein Flugtag

Ernst werkelt schon seit einiger Zeit in der Küche, es ist so um 8:30. Schnell geduscht und rauf in die Küche. Das Frühstück ist schon vorbereitet und das Omelett wartet bereits auf uns. Dieses Ritual wird uns die ganze restliche Woche begleiten. 😉
Wir treffen uns mit Nick wie üblich an der Tankstelle von El Altet. Nick macht uns keine große Hoffnung, daß es heute zum Fliegen geht. Wir fahren ins Landesinnere und schauen uns einige neue Fluggebiete an. Das erste Fluggebiet liegt bei Busot im Landesinneren und sieht wie eine große Soaringkante aus, leider kommt der Wind zu seitlich und zu böig. Ein weiters Fluggebiet liegt nördlich von La Coveta Fama am Strand. Leider passt auch hier der Wind nicht. Dann eben Bier und Tapas.

05.10. Sonntag – El Palomaret

Heute geht es nach El Palomaret.  Nick meint, wir müssen uns beeilen, dann reicht es für einen Flug. Wir machen uns fertig und starten so um 12:00. Für Thermik und Seebrise ist es noch zu früh und daher ist der erste Flug in Alicante nur kurz. Kaum sind wir wieder oben, sehen wir schon die dicken Wolken in der Gegend von El Maigmo. An Fliegen war nicht mehr zu denken, keiner bis auf einige Unverbesserliche in der Luft und einige, die sich startfertig machen. In Anbetracht der schwarzen Wolken sieht das allerdings sehr bedrohlich aus. Wir packen unsere Sachen und fahren nach Agost in die Bar zu Bier und Tapas. Einen Augenblick später bricht das Unwetter auch schon über uns herein. Nachmittags gibt es Nachtisch in der La Confiteria in El Altet und Abends die alljährliche Fiesta in El Altet.

06.10. Montag – Sierra de Carche

Wir fahren in ein neues Fluggebiet, Sierra de Carche. Dort erwartet uns ein riesiger Landeplatz, bei bestem Flugwetter. Nach kurzer Landeplatzbesichtigung fahren wir auch schon Richtung Startplatz. Eine schier endlos erscheinende Schotterpiste bringt uns endlich auf den Berg. Der Wind weht aus südwestlicher Richtung und wir laufen zum Südweststartplatz. Berg runter, Berg rauf und an Abgründen vorbei. Leider ist der Wind nicht eindeutig und nur die Mutigsten wagen sich hinaus. Ganz schön hoch hier. Als ich mich endlich entschliesse zu fliegen und fertig da stehe, dreht der Wind auf Süd. Super. Einpacken, zurücklaufen und zum Südstartplatz laufen. Ich entscheide mich aber lieber für’s Mittagessen. Nach einem Menü mit Vorspeise, Hauptgericht, Nachtisch, Wein und Kaffee für 10 Euros fahren wir noch mal hoch. Ich starte als Letzter, überhöhe kurz den Startplatz und fliege in ruhiger Luft zum Landeplatz.

07.10. Dienstag – El Palomaret

Nick vertröstet uns auf den späten Nachmittag, es könnte in El Palomaret für einen Flug gehen. Die Zeit vertreiben wir uns mit einer Fahrt zum Cabo de las Huerta, welches etwas nördlich von Alicante an einem südöstlichen Küstenabschnitt liegt. Nach dem Mittagessen fahren wir so gegen 16:00 bei bestem Wetter nach El Palomaret. Wir starten um ca. 18:00 zu einem wunderbaren Abendflug.

08.10. Mittwoch – Morro de Toix – El Palomaret

Auch heute treffen wir uns erst so um 12:00 an der Tankstelle. Von dort geht es Richtung Calpe, in mein Lieblingsfluggebiet… Nicht wirklich, der Landeplatz ist klein und wird von Nudisten belegt, keiner jünger als 60. Kurze Landeplatzbesichtigung und schon fahren wir zum Startplatz Morro de Toix. Die Aussicht ist beeindruckend, westlich sieht man den Landeplatz, welcher ohne thermische Unterstützung kaum zu erreichen ist, unten sieht man nur Meer und Fels, super. Hinter dem Startplatz, auf einer Anhöhe, blickt man auf die Bucht von Calpe. Bei guten Bedingungen und mindestens 200m Startplatzüberhöhung ist es möglich, mit dem Wind die ca. 3km über das Meer nach Calpe zu fliegen und am Strand zu landen. Es dauert keine halbe Stunde und es stellen sich perfekte Startbedingungen ein. Kaum sind die Ersten in der Luft, packt es mich auch und ich starte um 14:30 zu einem wunderbaren Flug am Morro de Toix. Nach einer Stunde lande ich am Strand von La Talaia, Ernst wartet schon mit dem Landebier. Etwas später landet Volker. Nick und einige Piloten wagen den Sprung nach Calpe. Wir verabschieden uns per Telefon von Nick, der in einer Kneipe in Calpe den Flugtag ausklingen lässt, und fahren nach Hause. Unterwegs entschliessen wir uns, einen Abstecher nach El Palomaret zu machen und siehe da, der Himmel ist voll. Schnell rauf und auslegen, es ist 18:30 und es winkt ein schöner Abendflug.

09.10. Donnerstag – El Palomaret – El Palomaret

Wir treffen uns um 13:00 an der Tankstelle und fahren wiedermal nach El Palomaret. Nick meint, heute ist dort die einzige Chance, um in die Luft zu kommen, falls die Seebrise noch ankommt. Kurz vor 16:00 sieht es super aus und wir starten zum ersten Flug und es soll noch für einen weiteren reichen.

10.10. Freitag – Pena Rubia

Nick macht uns heute keine grossen Hoffnungen. Wenn, dann ist vielleicht am frühen Abend ein Zeitfenster möglich. Wir fahren erst nach El Palomaret, da dort die grösste Wahrscheinlichkeit besteht. Auf der Fahrt zum Startplatz sehen wir tatsächlich einen Gleitschirm, sieht aber nicht gut aus. Oben am Startplatz kommt der Wind seitlich und böig über den Sattel. Wir warten eine halbe Stunde auf eine Besserung, aber die will sich nicht einstellen. Nick beschliesst, nach Pena Rubia zu fahren, und dort sind die Verhältnisse viel besser. Wir starten so um 17:30 zum ersten Flug, die Thermik ist zäh und der Wind ist zum Soaren zu schwach, so dauert der Flug gerade mal 15 Minuten. Also nix wie wieder rauf und einen 2. Versuch wagen. Am Startplatz sind die Bedingungen mittlerweile anspruchsvoller, der Wind hat zugelegt und es sieht nicht schlecht aus. Ich starte so um 18:30 und fliege in der erste halben Stunde alleine vor dem Berg, dann haut sich noch Volker raus und wir fliegen gemeinsam, bis der Wind zulegt, und wir sicherheitshalber zum Landeplatz fliegen. Es ist auch schon spät und die anderen warten schon.

11.10 Samstag – Santa Pola

Nach einem ausgiebigen Frühstück packe ich den Koffer und entspanne auf dem Sofa. Mein Flug geht erst um 17:50 und ich habe Hoffnung auf einen kleinen Flug in Santa Pola. Um 13:30 halte ich es nicht mehr aus und dränge zum Aufbruch. Wir fahren zum Startplatz von Santa Pola und sehen schon die ersten Gleitschirme in der Luft. Schnell ausgepackt und ab in die Luft. Der Wind kommt zwar etwas südlich, aber laminar und in der richtigen Stärke. Nach einer Stund gehe ich toplanden, Ernst und Volker kommen auch gleich runter. Schnell zusammen packen, zurück in die Unterkunft, duschen und ab zum Flughafen. Einchecken und Passkontrolle sind schnell erledigt und so bin ich schon 1 Stunde vor Abflug am Gate. Mist, hätte noch eine halbe Stunde länger fliegen können. Na ja, dann stelle ich mich eben in die Schlange von Ryanair, damit ich wenigstens einen vernünftigen Sitzplatz bekomme. Die Landung in Nürnberg ist pünktlich und mit Fanfare.

Alicante war wieder einmal eine runde Sache und eins ist gewiss, Ernst, Volker und ich kommen im nächstem Jahr wieder.

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